Tambourkorps Anroechte e. V.

Die Mitglieder des Tambourkorps Anröchte e. V. sind stolz darauf, auf eine Musiktradition blicken zu können, die bis in das Jahr 1906 reicht. Am Anfang der Vereinsgeschichte war jedoch die Besetzung des Korps recht bescheiden: nur je drei Trommler und Flötisten gesellten sich zum fröhlichen Spiel der Knüppelmusik. Zu jenem Zeitpunkt gab es weder eine einheitliche Uniform noch einen Tambourmajor. Erst später wurden die Spieler von einem Major angeführt.

Während des ersten Weltkrieges kam es zu einem vorläufigen Ende der Marschmusik, da die Spielleute in den Krieg ziehen mussten. Aber bereits nach Kriegsende lebte der Spielmannzug zunächst unter der Leitung von Gustav Schürmann, später unter dem ebenfalls leidenschaftlichen Tambourmajor Franz Eickmann richtig auf. So stieg in den zwanziger Jahren die Zahl der Musiker auf zwanzig Personen an, die nunmehr in eigener Uniform aufspielten. Seither waren und sind die Anröchter Musikleute mit den heimischen Festen untrennbar verbunden.
 

Dennoch kam es im zweiten Weltkrieg zu einer musikalischen Zwangspause, die glücklicherweise nach diesem Krieg endete. Denn es begann unter der Leitung von Werner Borgschulte die eigentlich erfolgreiche Zeit des Vereines, die bis heute reicht. Dieser Tambourmajor brachte seine vielseitige Erfahrung auf dem Gebiet der Marschmusik, die er während seiner Militärzeit erworben hatte, geduldig in den Verein ein. Bald schon waren die ersten Siege im Wettstreit mit anderen Spielmannzügen zu verzeichnen.

Der allgemeine Trend, von der alten Knüppelmusik zur möglichst perfektionierten Marsch- und Konzertmusik zu gelangen, ging einher mit der allgemeinen Notenlehre. In diese führte Norbert Schwarze das Korps ein. Er übernahm für viele Jahre die Jugendausbildung und wurde unser musikalischer Leiter. Nachdem der Verein dem Volksmusikerbund beigetreten war, haben mittlerweile alle Vereinsmitglieder an den angebotenen D-Lehrgängen teilgenommen.

1996 feierte der Verein sein 90 Jähriges Bestehen. Zu diesem Anlaß gab das Korps sein erstes eigenes Konzert. Durch die Einführung von Soloflöten, Marimbaphon, Schlagzeug, Keyboard, Kesselpauken und Perkussion war es möglich nicht nur Marschmusik, sondern auch Konzertmusik zu spielen.

Der große Erfolg des ersten Konzertes gab den Anstoß ein weiteres folgen zu lassen. Jedes Jahr fuhren wir zu einem Probewochenende nach Winterberg, wo in Registern neue Musikstücke einstudiert wurden. Im Jahr 2000 war der Verein dann so weit, dass er ein weiteres Konzert geben konnte. Zu diesem Konzert gab es dann auch die erste eigene CD, die eigens dafür in einem Tonstudio eingespielt wurde.

Im Jahre 2003 folgte ein Osterkonzert, wozu neue Flöten angeschafft wurden. Somit wurde im Konzert nicht nur in Ces/Fes, sondern auch in der Stimmung B/C gespielt. 

Am 07. und 08. April 2006 feierten wir unser 100-jähriges Jubiläum. Begonnen wurde mit einem Kommersabend, Konzert und anschließendem Tanz. Für den 2. Tag hatten wir 25 befreundete Vereine zu einem Freundschaftstreffen geladen, um dieses Ereignis gebührend zu feiern.

Da der Zulauf an jungen Musikern größer wurde und um diese Musiker besser fördern zu können, gründeten wir 2007 ein Jugendorchester. Nach bestandenem C2-Lehrgang übernahm Sonja Schmitz die Leitung des Orchesters. Auf unserer "öffentlichen Probe" 2008 zeichnete unser langjähriger Dirigent Norbert Schwarze seine Tochter Birgit Telke für den bestandenen C3-Lehrgang aus und übergab ihr gleichzeitig sein Amt.

Zur Zeit besteht unser Verein aus ca. 40 aktiven Mitgliedern und ca. 20 jungen Musikern in der Ausbildung.
 

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